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Post has published by Adnae Inviere

Story

Unsere Geschichte beginnt im Jahre 1983. Der Kalte Krieg hat das Land voll im Griff und befindet sich auf seinem Höhepunkt. Die atomare Aufrüstung der NATO-Staaten, aber auch der damaligen Sowjetunion ist in vollem Gange. Die Bevölkerung aber bekommt von den politischen Machenschaften kaum etwas mit. Ohne das heutige Internet gab es nur die morgendliche Tageszeitung und abends die Tagesschau; doch hier wurde nicht allzu viel über die politischen Machtspiele zwischen den großen Mächten gesprochen. Man wollte das Volk nicht beunruhigen.

Die Sowjetunion hatte seit Mitte der 70-er Jahre mehr als 400 Raketen des Typs „Saber“ in Dienst gestellt. Zwei Drittel der Raketen waren auf Westeuropa ausgerichtet, auf Ziele wie London, Paris und Bonn. Jede Rakete verfügte über eine Sprengkraft von bis zu einer Megatonne, das sind fünfzig mal mehr als die 1945 über Nagasaki abgeworfene Atombombe.

Hinter den Kulissen rechnete Moskau jederzeit mit einem Überraschungsangriff der USA. Juri Andropow war davon überzeugt, Amerika plane den Erstschlag gegen sein Land. Ronald Reagan wiederum starte das Wettrüsten mit atomaren Waffen und stationierte diese nicht nur im eigenen Land sondern auch in großen Teilen von Europa. Die Geheimdienste arbeiten auf Hochtouren, um auch jedes noch so kleine Detail des Gegners in Erfahrung zu bringen. Gerade Deutschland war ein populäres Ziel der Geheimdienste. Kein anderes Land hatte eine bessere Grenze zum jeweiligen Gegner als Deutschland.

Durch die Gefahr der nuklearen Aufrüstung der großen Mächte waren aktive Frühwarnsysteme um so wichtiger. So hatten die Sowjetunion das System „Oko“, ein auf Satelliten basiertes System. Die Amerikaner setzen auf das Ballistic Missile Early Warning System (BMEWS).

Am 25. September im Jahre 1983, kurz nach Mitternacht passierte es dann: „Oko“ meldete im Serpuchow-15 Raketenstarts mit Ziel Russland. Kommandant Oberst Petrow musste nun eine schwere Entscheidung treffen. Kosmos 1382, ein Spionage-Satellit, meldete fünf Interkontinentalraketen, abgefeuert von einer US-Basis und es verbleiben nur noch 25 Minuten bis zum Einschlag.

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Petrow jedoch bewahrte Ruhe. Er erhob sich von seinem Pult. Jeder seiner Untergebenen sollte ihn sehen. Er konnte jetzt keine Panik gebrauchen, er brüllte: „Hinsetzen! Weiterarbeiten!“

Der Oberst überlegte und befand, es wäre unlogisch gewesen mit einzelnen Raketen ein ganzes Land anzugreifen, ein Vernichtungsschlag würde Vernichtungskraft von hunderten Raketen gleichzeitig erfordern. Dann rief er seinen Vorgesetzten an. „Es ist ein falscher Alarm“, rapportierte Petrow. Die Leitung knisterte. „Verstanden.“ Als Petrow auflegte jaulten die Sirenen erneut: Kosmos 1382 meldete den zweiten Raketenstart und wenig später den Anflug drei weiterer Raketen. Die Systeme in Serpuchow-15 liefen einwandfrei, sie melden keine Fehler. Petrow misstraute den Riesenrechnern, die in 16 Schränken leise schnurrten dennoch: „Wir sind klüger als die Computer. Wir haben sie geschaffen.“

Hätte Oberst Petrow an diesem Morgen die Entscheidung getroffen, dass ein Angriff erfolgen solle, würden wir von 750 Millionen Toten, 340 Millionen Verletzten sprechen. Aber Petrow sollte recht behalten … es war ein Fehlalarm ….

Doch dieser 25. September sollte nicht ganz ohne folgen bleiben. Wie die sowjetische Führung dank des KGB wusste, stand in einem Monat ein großes NATO-Manöver an. Die NATO wollte angeblich einen Atomkrieg simulieren. Die sowjetische Führung war von „Able Archer“, so der Name des Manövers, irritiert, weil ihre Geheimdienstinformationen über das Manöver gut zum vermuteten Ablauf eines tatsächlichen atomaren Angriffs der NATO auf den Warschauer Pakt passten. Die Moskauer Militärs rechneten damit, dass die NATO solche Vorbereitungen durch ein Manöver tarnen würden und etwa eine Woche zwischen dem Beginn der Vorbereitungen und dem Angriff vergehen würde. Beides traf auf die Novemberübung zu.

Durch den Vorfall vom 25. September und auf Grundlage der Daten des Militärs sowie der Geheimdienste befahl die Sowjet-Führung die Bewaffnung von Flugzeugen mit Atomsprengköpfen. Zusätzlich wurden Atom-U-Boote im Polarmeer stationiert. Auch das Militär selbst wurde zum Teil mobilisiert.

November: das NATO Manöver „Able Archer“ beginnt und die West-Mächte simulieren vor den Augen der Sowjetunion einen Atomkrieg. Doch als eines der Kriegsschiffe in der Ostsee anfing, ballistische Raketen bereit zu machen, löste dies bei den Beobachtungsstationen der Sowjetunion Großalarm aus. Die Sowjet-Führung hatte nach Angaben des Militärs nur noch 7 Minuten Zeit sich zu verteidigen und befahl somit den Angriff auf die NATO.

9. November 1983: Erster Tag der neuen Zeitrechnung.

Überall auf der Welt heulten die Sirenen und die Menschen versuchen zu flüchten. Doch die geringe Zeit bis zum Einschlag der ersten Raketen sorgte dafür, dass nur wenige Menschen überlebten. Die Bunker waren allgemein zu klein und nicht darauf ausgelegt, dort für eine längere Zeit zu (über)leben.

Nach gut 75 Jahren öffneten nun die ernsten großen Bunkeranlagen ihre Tore, weil sie nicht mehr in der Lage waren, die dortigen Menschen weiter mit Lebensmitteln, Luft und Strom zu versorgen. Die Menschen mussten von nun an versuchen, sich selbst zu versorgen. Nach und nach entstanden die ersten kleine Siedlungen und das Leben entwickelte sich. In diesem Zeitraum konstruierte sich auch DYSTOPOLIS, eine Stadt gebaut über einem alten Stollen unter der Führung des Professor Abraxo.

Aber warum entwickelte sich gerade DYSTOPOLIS zu einer der wichtigsten und größten Städte weit und breit? Es liegt daran, dass es dem Professor gelungen ist, Strom zu produzieren. Wie? Darüber gibt es nur Gerüchte, aber es muss irgendetwas mit den Stollen unter der Stadt zu tun haben. Gerade jedoch der Umstand, dass die Stadt die einzige große Siedlung war, welche mit stabilen Strom versorgt wurde, rief Neider auf den Plan. So steht die Stadt unter starker Bewachung und diese wird auch regelmäßig gefordert. Professor Abraxo führt die Stadt mit strenger Härte, unterstützt allerdings seine Bürger, wenn es erforderlich ist. Doch den Stand eines Bürger muss man sich zunächst verdienen und erarbeiten …

Und hier beginnt unsere Geschichte …